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Lilija Bairamova – Orbasics UG

Gründungsjahr 2017, Branche: Kleidung, Kinderkleidung

Beruflicher Werdegang bis zur Gründung

Ich bin in Tadschikistan geboren, aufgewachsen in Litauen und auf der Krim, Ukraine. In Deutschland lebe ich seit 2000. Vor diesem Migrationshintergrund hatte ich einen langen Ausbildungsweg und konnte drei Abschlüsse in Sprach-, Sozialwissenschaften (B.A.) und Management in Nonprofit Organisationen (M.A.) erlangen. Meine soziale Ader hatte mich in die Vereinswelt verschlagen, zuletzt war ich als Projektmanagerin beim Mediennetzwerk in Berlin beschäftigt. Mit dem Kind begann nicht nur mein neuer Lebensabschnitt als Mutter, sondern mir wurde schnell klar, dass ich meinen beruflichen Weg überdenken muss. Orbasics war die perfekte Lösung und somit auch mein zweites Baby nach meiner Tochter.

Warum haben Sie sich selbständig gemacht?

Nachdem Nika auf die Welt kam, habe ich mich immer für Nachhaltigkeit und eine positive Zukunft für unsere Kinder interessiert. Ich habe zusammen mit einer Freundin einen Styleguide für internationale und nachhaltige Kindermode namens „Pepe&Nika“ aufgebaut. Bei diesem Projekt ist mir immer mehr aufgefallen, wie hochpreisig die meisten nachhaltigen Kinderkollektionen sind und damit leider unbezahlbar für die meisten Eltern. Gleichzeitig hat mich die immer noch sehr starke Trennung zwischen den Geschlechtern gestört. Denn ich finde, schöne Unisex-Outfits können bei Mädchen und Jungs genau gleich cool aussehen.

Das Thema hat mich nicht mehr losgelassen und bei mir hat sich immer mehr der Wunsch verfestigt, ein eigenes Label zu gründen. Ich habe angefangen selber zu recherchieren, mit vielen Herstellern und Eltern gesprochen und am Ende herausgefunden: Es ist möglich, eine stylische, hochwertige und nachhaltige Kollektion zu ähnlichen Preisen wie nicht-nachhaltige Marken herzustellen.

Was ist Ihre Unternehmensidee/Philosophie?

Orbasics macht Bio Kinderkleidung wie wir sie uns für unsere eigenen Kinder wünschen: Super flauschig und bequem, schön, praktisch, langlebig, ungiftig, bezahlbar und vor allem – nachhaltig. Wir wollen einen Beitrag dazu leisten, dass die Modeindustrie grüner und sozialer wird und dass eine echte Veränderung in dieser Branche passiert.

Welche Herausforderungen gab es bis zur Gründung, welche danach?

Eine der größten Herausforderungen vor der Gründung war, einen Produktionsbetrieb zu finden, mit dem ich wirklich zufrieden bin. Zum Glück habe ich am Ende eine großartige Firma in Portugal gefunden, welche die feine GOTS zertifizierte Bio-Qualität garantieren kann.

Nach der Gründung und dem Produktionsstart ist es am Anfang eine große Herausforderung, dass Eltern und Kinder von der Marke erfahren. Große und nicht-nachhaltige Ketten arbeiten mit ganz anderen Budgets, da muss man als junge Firma kreativ werden. Unsere Kickstarter-Kampagne hat uns sehr geholfen, am Anfang für Wirbel zu sorgen und das Tolle ist, dass uns viele Eltern weiterempfehlen, wenn ihre Kleinen unsere Produkte im Kleiderschrank haben und den Qualitätsunterschied spüren.

Was macht Ihnen an der selbständigen Tätigkeit am meisten Spaß? Welche Erfahrungen machen Sie/haben Sie gemacht? Was möchten Sie anderen Gründerinnen mit auf den Weg geben?

Das Schönste an der Selbstständigkeit ist, dass man eigene Ideen und Träume direkt wahr werden lassen kann, ohne jemanden um Erlaubnis zu bitten und für eine Sache arbeiten zu können, für die man brennt. Ich liebe es, mit neuen Ideen für Designs, Schnitten und Farben zu experimentieren, alles auf Papier zu bringen und am Ende ein fertiges Produkt in der Hand zu haben, das Eltern und Kinder toll finden. Mir macht viel Spaß auch die Kollaboration mit Designern und Bloggern und ich finde es großartig wenn man gemeinsam neue Ideen, Artikel und Partnerschaften ins Leben ruft.

Natürlich gibt es auch Aufgaben, durch die man sich durchbeißen muss. Auch monotone und schwierige Dinge gehören zum Alltag und fordern einen immer wieder neu heraus. Da muss man einfach durch, das gehört auch dazu. Trotzdem würde ich es immer wieder genauso machen und alle Mütter, die auch eine eigene Idee haben ermutigen, den Sprung ins kalte Wasser zu wagen. Es klingt etwas kitschig, aber der erste Schritt ist der schwierigste. Wenn man erstmal anfängt, ist man überrascht, wie viel man erreichen kann und wie viel dir andere Menschen helfen.

Was bedeutet für Sie Erfolg?

Erfolg bedeutet für mich, eine positive Auswirkung auf mein Umfeld und meine Mitmenschen zu haben. Das Thema Nachhaltigkeit spielt hier eine große Rolle. Erfolg ist nicht nur, eine positive Veränderung durch meine Produkte und Ideen zu bewirken, sondern auch nachhaltige und menschliche Beziehungen mit den Personen zu führen, die mir bei meiner Arbeit begegnen.

Orbasics UG

c/o Kulturschöpfer e.V.
Grünberger Str. 13
10243 Berlin
Telefon: +49(0)1717588734
Webseite: www.orbasics.com
E-Mail: hi(at)orbasics(dot)com