Anna Flemmer, eine junge weiße Frau, die lachend der Kamera eine Hand entgegenstreckt. Sie hat rötliche Haare, im Hintergrund Zimmerpflanzen

Anna Flemmer, Modedesign – Expertin für Inklusion

Gründungsjahr 2019, Branche: Modedesign, Inklusion, Nachhaltigkeit

Beruflicher Werdegang bis zur Gründung

Während meiner Ausbildung zur Schneiderin und meines Studiums zur Modedesignerin wusste ich lange nicht, wo mein Platz im Arbeitsleben sein wird. Kurz vor meinem Bachelorabschluss fing ich an, neben dem Studium Sophie, 14 (im Kleinkindalter erblindet) zu betreuen. Das hat mich dazu bewegt, mich auf inklusives Modedesign zu spezialisieren. Seit meiner Bachelorarbeit designe ich nachhaltige Mode und Alltagshilfen, die Blinden und Menschen mit starker Sehbeeinträchtigung den Umgang mit Kleidung erleichtern und gleichzeit interessant für Sehende sind. Nach dem Studium sammelte ich im Angestelltenverhältnis Erfahrungen in der Modeindustrie, die sich sehr langsam für Themen der Nachhaltigkeit und Inklusion öffnet.

Warum haben Sie sich selbständig gemacht?

2019 startete ich mit der Leitung eines partizipativen, sozialen Projekts zum Thema „barrierefreie Mode“. Da habe ich verstanden, dass ich auch ohne den klassischen Weg, ein Modelabel zu gründen oder in der Textilindustrie zu arbeiten, mit meiner Leidenschaft und meiner Vision Geld verdienen kann. Deshalb biete ich in diesem Bereich Beratungen, inklusive Designkonzepte, Workshops und Vorträge. Insbesondere die Modeindustrie hat da sehr großen Nachholbedarf. Mein Weg ist recht ungewöhnlich, aber ich habe meine Nische gefunden und bin sehr glücklich damit.

Was ist Ihre Unternehmensidee/Philosophie?

Mit meinem Design möchte ich in Systeme eingreifen, den Alltag für Blinde und Sehbeeinträchtigte erleichtern und zum Umdenken zu motivieren. Mode sollte für jeden Menschen zugänglich sein. Dazu zählt nicht nur alles rund um barrierefreie Kleidung, die Möglichkeit, ohne Einschränkung shoppen zu können, sondern auch alle Informationskanäle/Medien inklusiv und ohne Hürden zu gestalten.

Welche Herausforderungen gab es bis zur Gründung, welche danach?

Zu gründen ist mit sehr viel Bürokratie verbunden. Ich musste mich genau über meine Pflichten und Rechte informieren. Dabei hat mir unter anderem Jeanette Zeidler von der Gründerinnenzentrale geholfen. Corona hat natürlich alle notwendigen Schritte verkompliziert. Die größte Herausforderung für mich ist es, sichtbar zu bleiben. Dazu zählt vor allem, meine Social-Media Kanäle und meine Website auf dem neusten Stand zu halten und mit der Community im Austausch zu bleiben.

Was macht Ihnen an der selbständigen Tätigkeit am meisten Spaß? Welche Erfahrungen machen Sie/haben Sie gemacht?

Durch meinen Beruf begegne ich sehr interessanten Menschen und lerne immer etwas Neues dazu. Es macht mir großen Spaß, mit meiner Zielgruppe im Design-Thinking-Verfahren neue Lösungsansätze zu entwickeln und zu erforschen. Das Wichtigste für mich ist es, Mode zusammen mit Menschen mit und ohne Behinderung zu entwerfen, die alltagstauglich und innovativ ist. Dabei frage ich mich stets: „Was kann ich als Designerin verbessern?“ Bisher lässt sich meine Selbstständigkeit gut mit meinem Privatleben vereinen. Es ist schön, auch mal die Freiheit zu haben, spontan zu sein und etwas Sinnvolles zu leisten.

Was bedeutet für Sie Erfolg?

Erfolg bedeutet für mich, wenn ich Menschen durch meine Arbeit mehr Selbstbestimmtheit ermögliche und sie sich dadurch geschätzt und gesehen fühlen. Das ist eine sehr kostbare Erfahrung, die mich immer wieder auf’s Neue motiviert.

Anna Flemmer, Modedesign – Expertin für Inklusion

Telefon: 0174 8081259
Webseite: annaflemmer.com
E-Mail: kontakt@annaflemmer.com

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